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Family-Office-Dienstleistungen: was ein Family Office leistet, auslagert und kostet

20. August 2021, aktualisiert am 8. Oktober 2026

Ein Family Office ist ein privates Unternehmen, das das Vermögen einer wohlhabenden Familie betreut. Ein Single Family Office (SFO) arbeitet allein für eine Familie, während ein Multi Family Office (MFO) mehrere Familien betreut und oft nicht den Familien gehört, deren Vermögen es verwaltet. Family-Office-Dienstleistungen reichen von der strategischen Vermögensallokation und der Finanzberichterstattung, die die meisten Büros intern erbringen, bis zu Steuerplanung, Rechtsberatung und Cybersicherheit, die die meisten von ihnen auslagern. Viele kümmern sich auch um das Leben der Familie jenseits des Portfolios: Im UBS Global Family Office Report 2025 erbrachten 45 Prozent der Büros Lifestyle-Dienstleistungen selbst, weitere 19 Prozent kauften sie ein.

Was ist ein Family Office?

Die US Securities and Exchange Commission beschreibt Family Offices als Einrichtungen, die wohlhabende Familien gründen, um ihr Geld zu verwalten und Leistungen wie Steuer- und Nachlassplanung zu erbringen. Die unternehmerische Dynamik eines Single Family Office und eines Multi Family Office ist grundverschieden, denn das eine ist eine massgeschneiderte Lösung, während das andere bündeln und Kompromisse eingehen muss. Für beide gilt: Das erste Ziel ist es, das Vermögen der Familie zu mehren, und das zweite, sicherzustellen, dass es an künftige Generationen weitergegeben wird.

Ein Family Office ist weder Vermögensverwalter noch Privatbank, auch wenn es oft mit mehreren von ihnen zusammenarbeitet. Es sitzt auf der Seite der Familie am Tisch, legt die Strategie fest, wählt die Banken und Verwalter aus, die sie umsetzen, und berichtet über das Vermögen der Familie als Ganzes.

Welche Dienstleistungen erbringt ein Family Office?

Im Kern der Arbeit eines Family Office steht das Kapital: die strategische Vermögensallokation festlegen, Anlagen analysieren und über die Ergebnisse berichten. Um diesen Kern herum liegen die eigenen Angelegenheiten der Familie, von Nachfolgeplanung und Philanthropie bis zu Steuern, Rechtsfragen und Cybersicherheit. Viele Büros gehen weiter. Der Leitfaden der Citi Private Bank zur Gründung eines Family Office beschreibt eine Gruppe von Aufgaben, die er Familienlogistik nennt, darunter Transport, Veranstaltungsplanung, einen Gesundheits-Concierge, Flugzeug- und Yachtmanagement sowie die Verwaltung einer Kunstsammlung.

Welche Leistungen bleiben intern, und welche werden ausgelagert?

UBS hat 317 ihrer Family-Office-Kunden zwischen Januar und April 2025 gefragt, welche Leistungen sie intern erbringen, welche sie auslagern und welche sie gar nicht anbieten; die Tabelle zeigt neun davon.

LeistungInternAusgelagertNicht angeboten
Strategische Vermögensallokation86%12%2%
Finanzberichterstattung75%22%3%
Philanthropie68%7%24%
Nachfolgeplanung57%27%16%
Anlageanalyse49%47%4%
Lifestyle-Dienstleistungen45%19%36%
Steuerplanung33%63%4%
Cybersicherheit29%55%16%
Rechtsberatung26%71%3%

Büros, die eine Leistung intern erbringen, begründen das am häufigsten damit, dass sie das Fachwissen haben (67 Prozent), die operative Kontrolle vorziehen (63 Prozent) oder die Privatsphäre der Familie schützen wollen (63 Prozent). Büros, die auslagern, geben am häufigsten an, dass ihnen das Fachwissen (64 Prozent) oder die technischen Ressourcen (56 Prozent) fehlen oder dass das Auslagern kostengünstiger ist (56 Prozent).

Der 2026 Global Family Office Report der J.P. Morgan Private Bank, der auf 333 Single Family Offices in 30 Ländern beruht, nennt die Vermögensverwaltung als die am häufigsten ausgelagerte Leistung, gefolgt von Rechts- und Steuerarbeiten und dann von der Cybersicherheit. Das widerspricht den Zahlen der UBS nicht, denn ein Büro kann die Allokation selbst festlegen und die Portfolios trotzdem externen Verwaltern übergeben.

Wo sind Lifestyle-Dienstleistungen angesiedelt?

In der Befragung der UBS erbringen 45 Prozent der Büros Lifestyle-Dienstleistungen intern, 19 Prozent lagern sie aus und 36 Prozent bieten sie gar nicht an. Knapp zwei Drittel organisieren diesen Teil des Familienlebens also in irgendeiner Form, aber nur etwa jedes fünfte Büro gibt ihn an einen externen Anbieter ab.

Da der Family Officer eine Person grossen Vertrauens ist, wird er oder sie oft mit Wünschen konfrontiert, die ausserhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs liegen: der Tisch, den es nicht gibt, der Flug, der schon weg ist, die Loge, die letzte Saison vergeben wurde. Wo das Family Office endet und der Lifestyle-Manager beginnt, ist Thema unseres Beitrags Ein Family Office und ein Lifestyle-Manager sind nicht dasselbe, der auch den UBS Global Family Office Report 2026 behandelt.

Was kostet der Betrieb eines Family Office?

UBS beziffert die durchschnittlichen reinen Betriebskosten eines Family Office für 2024 auf 41,1 Basispunkte des verwalteten Vermögens, rund 4,1 Millionen US-Dollar pro Jahr je verwalteter Milliarde. Das lag leicht über den geplanten 40,3, während Büros, die mehr als 1 Milliarde US-Dollar verwalten, mit 35,1 Basispunkten niedriger lagen. Der grösste Posten ist das Personal: Es machte 2024 zwei Drittel der reinen Kosten aus (66 Prozent), und UBS erwartet für 2025 einen ähnlichen Anteil (67 Prozent). Das durchschnittliche Büro beschäftigt 12 Personen.

Die Art des Büros zählt ebenso viel wie seine Grösse. Für 2025 veranschlagten Büros mit operativem Unternehmen 44,9 Basispunkte und solche ohne 33,0; Büros, die die zweite bis siebte Generation betreuen, veranschlagten 44,0, gegenüber 36,8 bei jenen, die die erste betreuen. Die Grösse macht erst ganz oben einen Unterschied. Büros mit 100 bis 250 Millionen US-Dollar veranschlagten 41,8 Basispunkte und jene mit 251 Millionen bis 1 Milliarde 42,4, gegenüber 35,5 darüber.

Andere Studien messen die Kosten auf einer anderen Grundlage, die Zahlen sind daher nicht direkt vergleichbar.

QuelleWas gemessen wirdWert
UBS Global Family Office Report 2025Reine Betriebskosten 2024, in Basispunkten des verwalteten Vermögens41,1 Basispunkte im Durchschnitt; 35,1 über 1 Milliarde USD
J.P. Morgan Private Bank, 2026 Global Family Office ReportDurchschnittliche jährliche Betriebskosten von Büros mit mehr als 1 Milliarde USDMehr als 6,6 Millionen USD
Citi Private Bank, A Guide to Establishing a Family OfficeKosten des Family Office als Anteil am aktiven Vermögen der FamilieOft 1 bis 2 Prozent; rund 2 bis 4 Millionen USD pro Jahr bei 200 Millionen USD

Wie viel Vermögen braucht ein Family Office?

Eine feste Schwelle gibt es nicht; entscheidend ist, ob die Familie bereit ist, die Kosten zu tragen. Laut dem Leitfaden der Citi belaufen sich die Kosten eines Family Office oft auf 1 bis 2 Prozent des aktiven Vermögens, was für ein kleines Büro mit 200 Millionen US-Dollar rund 2 bis 4 Millionen Dollar pro Jahr bedeutet. Multi Family Offices, bestimmte Trustgesellschaften, Privatbanken und Anlageberatungsfirmen bieten Vermögensverwaltung, Buchhaltung, Steuer- und verwandte Dienstleistungen gegen eine jährliche Gebühr von 0,8 bis 1 Prozent des aktiven verwalteten Vermögens an. Citi nennt das einen nützlichen Vergleich, merkt aber an, dass solche Anbieter womöglich nicht die Privatsphäre und die Kontrolle eines eigenen Büros bieten.

Was ändert sich für Family Offices 2025 und 2026?

Die Zahl der Family Offices wächst weiter, und viele von ihnen stehen vor einem Generationenwechsel, den sie noch nicht geplant haben. Deloitte schätzte im September 2024, dass es weltweit 8.030 Single Family Offices mit einem verwalteten Vermögen von 3,1 Billionen US-Dollar gab, nach 6.130 im Jahr 2019; bis 2030 erwartet Deloitte mehr als 10.720 Büros und 5,4 Billionen US-Dollar.

Säulendiagramm mit fünf ansteigenden Säulen, gefüllt mit dem Stichmuster einer Banknote, beschriftet mit Zeit und Vermögen

Die zweite Veränderung betrifft den Übergang zwischen den Generationen, den der Global Wealth Report 2026 der UBS als Great Wealth Transfer bezeichnet. Als wir im August 2021 erstmals darüber schrieben, sahen wir als kommende Generation die Generation X, damals meist in ihren Vierzigern, und die Generation Y, die Millennials, meist in ihren Dreissigern. Nach den Definitionen von Pew Research wurde die Generation X zwischen 1965 und 1980 geboren und die Millennials zwischen 1981 und 1996; 2026 sind sie also rund 46 bis 61 beziehungsweise 30 bis 45 Jahre alt.

Die Übergabe hat inzwischen einen Zeitrahmen. Im 2026 Global Family Office Report von Citi Wealth, der auf 351 Family Offices in 41 Ländern beruht, erwartet rund ein Drittel der Befragten innerhalb von fünf Jahren einen Führungswechsel in der Familie, im Family Office oder im Familienunternehmen. Im North America Family Office Report 2025 von RBC Wealth Management und Campden Wealth erwarten 47 Prozent der Büros, dass die Kontrolle im kommenden Jahrzehnt an die nächste Generation übergeht.

Wie gut die Büros vorbereitet sind, hängt von der Befragung ab. Der UBS Global Family Office Report 2026 ergab, dass nur 35 Prozent einen festgelegten Nachfolgeplan für das Family Office selbst haben und nur 27 Prozent einen strukturierten Prozess, um die Erben vorzubereiten. Der Bericht von RBC zählt 69 Prozent mit einem Nachfolgeplan, nach 53 Prozent ein Jahr zuvor, während J.P. Morgan berichtet, dass 86 Prozent keinen klaren Nachfolgeplan für ihre Entscheidungsträger haben. Stichproben und Fragen unterscheiden sich, die drei Zahlen messen also Verschiedenes.

Die dritte Veränderung ist die Internationalisierung. In der Umfrage der Citi erwarten 38 Prozent der Befragten, dass die Globalisierung ihrer Familie in den nächsten fünf Jahren zunimmt. Für eine Familie, die in die Schweiz zieht, legt unser Beitrag zum Umzug in die Schweiz Wohnsitz, Zuhause, Schulen, private Medizin, Bank und Haushalt in der Reihenfolge dar, in der sie anstehen.

Wie ein Lifestyle-Manager mit einem Family Office zusammenarbeitet

Family Offices, die die private Seite im Leben eines Prinzipals lieber delegieren, als die Funktion selbst aufzubauen, sind eine der Gruppen, für die unser Mandat als Concierge für Unternehmen gedacht ist. Die Anfrage kommt meist von einer Assistenz, einem Chief of Staff oder vom Family Office selbst. Sie hören sofort, ob es machbar ist und wovon es abhängt, und lässt sich eine Anfrage nicht erfüllen, sagen wir das, statt das Mandat zu nehmen und zu hoffen. Umfang, Honorar und Vertraulichkeit werden schriftlich vereinbart, bevor etwas verbindlich wird, und ein Partner führt das Mandat, sodass das Büro einen einzigen Ansprechpartner und eine einzige Akte behält.

Das Mandat wird in Zug geführt; Düsseldorf, Dubai und Hongkong halten die Stunden davor und danach. Wächst die private Seite über die geschäftliche hinaus, läuft sie als Mandat für Lifestyle-Management weiter. Wir nennen unseren Ansatz Triple A, allerdings nicht im Sinn des AAA-Ratings, das man von Finanzinstrumenten kennt: Anything. Anytime. Anywhere. Das meiste, worum wir gebeten werden, hat keinen Listenpreis, ist nicht öffentlich verfügbar und hat keinen offensichtlichen Weg hinein, und genau das ist der Teil, den wir übernehmen.

Die Vereinbarung für Family Offices beschreibt unsere Seite Concierge für Unternehmen und Family Offices, jene für Privatpersonen die Seite Concierge für Privatkunden. Das Geheimnis des Lifestyle-Managements erklärt, wie sich ein Lifestyle-Manager von einem Hotel-Concierge unterscheidet.

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Häufige Fragen

Klare Antworten.

Was ist ein Family Office?

Ein Family Office ist ein privates Unternehmen, das das Vermögen einer wohlhabenden Familie betreut, typischerweise einschliesslich Anlagestrategie, Finanzberichterstattung und Leistungen wie Steuer- und Nachlassplanung. Ein Single Family Office arbeitet allein für eine Familie; ein Multi Family Office betreut mehrere Familien und gehört ihnen oft nicht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Single Family Office und einem Multi Family Office?

Ein Single Family Office arbeitet für eine Familie und kann ganz auf sie zugeschnitten werden, während ein Multi Family Office mehrere Familien betreut und zwischen ihnen bündeln und Kompromisse eingehen muss. Multi Family Offices gehören oft nicht den Familien, deren Vermögen sie verwalten, und die Citi Private Bank beziffert die jährliche Gebühr solcher Anbieter, darunter bestimmte Trustgesellschaften und Privatbanken, auf 0,8 bis 1 Prozent des aktiven verwalteten Vermögens.

Welche Dienstleistungen erbringt ein Family Office?

Typische Family-Office-Dienstleistungen sind strategische Vermögensallokation, Finanzberichterstattung, Anlageanalyse, Nachfolgeplanung, Philanthropie, Steuerplanung, Rechtsberatung und Cybersicherheit, und viele Büros bieten zusätzlich Lifestyle-Dienstleistungen an. Im UBS Global Family Office Report 2025 legten 86 Prozent der Büros ihre Vermögensallokation intern fest, während 71 Prozent die Rechtsberatung und 63 Prozent die Steuerplanung auslagerten.

Was kostet der Betrieb eines Family Office?

UBS nennt für 2024 durchschnittliche reine Kosten von 41,1 Basispunkten des verwalteten Vermögens, was rund 4,1 Millionen US-Dollar pro Jahr je Milliarde entspricht, und 35,1 Basispunkte für Büros, die mehr als 1 Milliarde US-Dollar verwalten. J.P. Morgan beziffert die durchschnittlichen jährlichen Betriebskosten von Büros mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar auf über 6,6 Millionen US-Dollar, und in den Zahlen der UBS machte das Personal 2024 zwei Drittel (66 Prozent) der reinen Kosten aus.

Wie viel Vermögen braucht man für ein Family Office?

Eine feste Schwelle gibt es nicht. Laut der Citi Private Bank belaufen sich die Kosten eines Family Office oft auf 1 bis 2 Prozent des aktiven Vermögens, rund 2 bis 4 Millionen US-Dollar pro Jahr für ein kleines Büro mit 200 Millionen US-Dollar, während Multi Family Offices, bestimmte Trustgesellschaften und Privatbanken 0,8 bis 1 Prozent pro Jahr berechnen. Ob ein eigenes Büro sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die Familie bereit ist, diesen Unterschied zu tragen.

Bieten Family Offices Lifestyle-Dienstleistungen an?

Viele tun es. Im UBS Global Family Office Report 2025 erbrachten 45 Prozent der Büros Lifestyle-Dienstleistungen intern, 19 Prozent lagerten sie aus und 36 Prozent boten sie gar nicht an. Büros, die die Funktion lieber nicht selbst aufbauen, können die private Seite im Leben eines Prinzipals an einen Concierge oder Lifestyle-Manager delegieren.

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